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SCHEX News Februar 2018

SCHEX News Februar 2018 (19.02.2018)


BitCoin & Co. - Fluch oder Segen?


Beim Thema Kryptowährungen scheiden sich derzeit die Geister. Eine Beleuchtung von Chancen & Risiken bringt Licht ins Dunkle und lässt Sie als Privatanleger eine bessere Eigeneinschätzung treffen.

 


Die Basis: Vertrauen

Die Basis jeder Währung ist Vertrauen, das ihr von ihren Nutzern entgegengebracht wird. Wenn das Vertrauen in eine Währung verloren geht, verliert sie an Wert. Ein aktuell anschauliches Beispiel ist die türkische Lira. 

Üblicherweise stellen Währungen das Zahlungsmittel von Ländern oder Wirtschaftsräumen dar. Bei BitCoin & Co. organisieren nicht Staaten und Zentralbanken die Existenz der Währung, sondern die virtuelle Internetwelt macht BitCoin & Co. zur Währung des digitalen Raums.


   


Die Technologie dahinter: BlockchainBlockchain SCHEX

Eine Blockchain ist eine ständig erweiterbare Liste von Datensätzen, die durch kryptographische Verfahren miteinander verkettet sind. Dabei enthält jeder "Block" einen kryptographisch sicheren "Hash" des vorhergehenden Blocks, die Transaktionsdaten sowie einen Zeitstempel.

Der Begriff Blockchain wird aber auch für ein Konzept genutzt, womit ein Buchführungssystem dezentral geführt werden kann, jedoch die Richtigkeit dieser Buchführung sichergestellt wird, auch wenn viele Teilnehmer beteiligt sind.

Blockchain hat nicht ausschließlich etwas mit Kryptowährungen wie BitCoin & Co. zu tun. Es ist egal, was das Buchführungssystem festhält. Beispielsweise können es auch Verträge, Immobiliengrundbücher, Testamente oder eben die Werte einer Kryptowährung sein. Das Geldsystem ist somit nur ein Bruchteil von dem, was Blockchain ist. 

Wichtig ist, dass die Transaktionen aufeinander aufbauen. Neue Transaktionen müssen die frühere als richtig bestätigen, indem sie die Kenntnis der früheren Transaktionen beweisen. Dieses Verfahren von kryptographischer Verkettung, in einem dezentral geführten Buchführungssystem, ist die technologische Basis für digitale Währungen. Das BitCoin-Zahlungssystem verbindet also im Wesentlichen Verschlüsselungstechnologie (Kryptotechnologie), dezentrales, vernetztes Buchungssystem und Blockchain. Einen zentralen Administrator gibt es im BitCoin-Bezahlungssystem nicht, es bedarf keinerlei Finanzinstitute oder Zentralbanken als Intermediäre und Garanten, was viele als Vorteil des BitCoin sehen.

Blockchain ist eine Technologie, die niemandem gehört - auch keiner Regierung und keiner Bank. Bei Kryptowährungen können lediglich Coins im Besitz eines Erwerbers sein. 

Dadurch können z.B. Mittelsmänner wie Banken ersetzt werden. Um Geld von einer Person an eine andere zu senden, wird eine Bank benötigt. Bei Kryptowährung ist das nicht der Fall, sie wandert von Person A direkt zu Person B, ohne einen Umweg zwischen zwei herkömmlichen Banken zu machen. Das kann in hohem Maße die Effizienz steigern und die Transaktionskosten senken.

Aber halt: Ein neuer BitCoin entsteht durch die Berechnung eines mathematischen Algorithmus. Dieser Algorithmus wird von mal zu mal komplexer und es dauert somit immer länger und erfordert mehr Rechenaufwand, neue BitCoins zu "minen" (schürfen). Es gibt somit auch bei BitCoin zu Anfang einen Mittelsmann, nämlich den sogenannten "Miner", also derjenige, der den Algorithmus durch seine Rechenleistung löst. 

Das gesamte Thema Blockchain als sinnlos abzutun, wie es manche tun, ist sicherlich der falsche Ansatz. Digitale Währungen sind nur ein kleiner Teil, die aus Blockchain resultieren. Blockchain ist eine sinnvolle und wertvolle Technologie mit unzähligen Möglichkeiten, die unsere Zukunft stark beeinflussen könnte. 


   


Chancen & Vorteile

UnabhängigkeitBitCoin SCHEX

Ein Grundgedanke von Kryptowährungen ist die Unabhängigkeit von Staaten, deren Notenbanken und von Geschäftsbanken. Das kann in soweit ein Vorteil sein, weil keine Zentralbank endlos viele Coins generieren kann und diese somit ein begrenztes Gut bleiben. Zudem liegt das Geld nicht bei Geschäftsbanken und ist damit auch von diesen unabhängig.

Jedoch kann die Unabhängigkeit von Staat und Notenbank auch ein Nachteil sein, weil beispielsweise EZB und Federal Reserve gerade dafür da sind, das Geldsystem zu steuern und die Wirtschaft mit ihrer Geldpolitik im gesunden Maße unterstützen. Zudem glaubt ein Volk mehr an eine Währung, wenn der Staat und seine Notenbank dahintersteht.

 

Begrenzung bei manchen Kryptowährungen

Der BitCoin ist nicht unendlich beliebig vermehrbar. Seine Anzahl ist auf 21 Millionen Coins begrenzt. Aktuell existieren in etwa 17 Millionen BitCoins. Auch andere Kryptowährungen sind teilweise begrenzt, jedoch bei weitem nicht alle. 

Das ist in soweit sinnvoll, weil es sich um ein begrenztes Gut handelt, was dazu dienen soll, die Werthaltigkeit zu schützen. Dies ist ein Vorteil gegenüber herkömmlichen Währungen, denn die EZB und andere Notenbanken können per Knopfdruck die Geldmenge erhöhen. 

 

Bezahlungsmittel

Manche Kryptowährungen werden bereits als Zahlungsmittel akzeptiert und mittlerweile gibt es Drittanbieter, die Transaktionen für die Bezahlung einer Ware oder Dienstleistung mit z.B. BitCoin abwickeln. Dadurch kann bei Online-Shopping aber auch teilweise offline in lokalen Geschäften bezahlt werden. 

 

Chance auf hohe Gewinne

Die digitalen Assets bieten die Chance auf hohe Gewinne durch Kursexplosionen, die durch den Kryptowährungshype entstehen. Der BitCoin und viele andere Kryptowährungen haben sich unglaublich vervielfacht. Wer eine Kryptowährung kauft / hält, der spekuliert darauf, dass die zukünftige Nachfrage nach ihr steigt und somit der Wert folglich steigt.

BitCoin & Co. haben bereits einige Anleger, die sehr bald in den Hype investiert haben, vermögend gemacht. 


   


Risiken & Nachteile

Widerspruch zum Grundgedanken einer Währung

Eine Währung ist dazu da, als Tauschmittel eingesetzt zu werden. Sie soll als Bezahlungsmittel fungieren, weswegen Geld immer "fließen" sollte. Bezahlen die Menschen derzeit ihren Kaffee, ihre Kinokarte und ihren Supermarkteinkauf mit BitCoin? Wohl eher nicht, weil sie von einem steigendem Wert des BitCoins ausgehen. Die Menschen horten ihre gekauften BitCoins. Das widerspricht dem Grundgedanken einer Währung und dem Sinn des Geldsystems.

Für Finanzkonstrukte wie BitCoin & Co. ist der Begriff "Währung" daher nur eine Annäherung.

 

Enorme Kursschwankungen

Mitte Dezember 2017 hatte der BitCoin sein Allzeithoch bei ca. 20.000 $. Am 6. Februar 2018 wurde der er für ca. 6.200 $ gehandelt. Das entspricht einem Kursverfall von knapp 70% binnen nicht einmal zwei Monaten. So rasant der BitCoin im Kurs wachsen kann, so rasant kann er auch fallen. 

Die Volatilität der digitalen Assets ist absolut untypisch für die Anlageklasse "Währung".

Flashcrash bei Ethereum
Im Juni 2017 ergab sich bei der Kryptowährung Ethereum ein Ereignis, das für viele Anleger verheerend war. Ein Großinvestor plazierte eine riesige Verkaufsorder in Höhe von ca. 30 Millionen US-Dollar. Dadurch wurden viele Ethereum-Coins auf den Markt geworfen, wodurch der Preis fiel. Anschließend ergab sich ein Teufelskreis durch eine Negativspirale nach unten. Viele Anleger hatten sogenannte Stop-Loss-Orders platziert. Dabei stellen Anleger einen bestimmten Preis ein, zu dem ein automatisierter Verkauf stattfindet. So sichern sich Anleger ab und möchten zu einem selbstgewählten Kurs spätestens verkaufen, um keine weiteren Verluste erleiden zu müssen. 

Es wurden immer weitere Verkaufsorders automatisch ausgelöst und der Preis fiel dadurch weiter und weiter. So stürzte Ethereum von 317 $ auf gerade einmal 13 $ ab. Der Kurs erholte sich zwar in Blitzgeschwindigkeit wieder weil die Nachfrage erneut anzog, jedoch haben viele Anleger einen Großteil ihres Geldes verloren, die automatische Stop-Loss-Orders platziert hatten und nicht blitzschnell nachgekauft haben.

Während der Wert der Kryptowährung im neuen Jahr stark gefallen ist, lässt eine andere Anlegergruppe die Champagner-Korken knallen. Die Zahlen der US-Rohstoffhandelsaufsicht CFTC zeigen, dass mehrheitlich Hedgefonds sowie andere institutionelle Investmentgesellschaften auf einen Preisfall des BitCoins gewettet haben. Demgegenüber stehen viele Privatanleger, die dabei zu den Verlierern zählten.

 

Spielraum für Betrug

Der OneCoin-Betrug
Bei einer anderen digitalen Währung, dem "OneCoin", wurden viele Millionen Euro hinterzogen. Bei dieser Kryptowährung, deren Erfinderin Dr. Ruja Ignatova und ihre Geschäftspartner einen Börsengang angekündigt hatten, handelte es sich um ein Betrugssystem. Das Schneeballsystem brachte mehrere Millionen Privatpersonen um ihr Geld. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) verbot OneCoin in Deutschland. In neue Kryptowährungen zu investieren kann somit zusätzliche Risiken bergen.

Streich einer der mächtigsten Investmentbanken der Welt
Wie sehr Kryptowährungen als Spekulationsinstrument dienen, zeigt eine der weltweit mächtigsten Investmentbanken JPMorgan Chase. Jamie Dimon, CEO der Bank, verkündete vor einiger Zeit, dass BitCoin in seinen Augen Betrug sei und er mit seinem Unternehmen nichts damit zu tun haben möchte. Seine Meinung hat als Geschäftsführer dieser Bank starken Einfluss. Daraufhin fiel der BitCoin-Kurs deutlich - und JPMorgan kaufte kurz darauf fleißig BitCoins ein. Anschließend stieg der Kurs wieder und die Investmentbank fuhr durch diesen Streich satte Gewinne ein. Klar, das grenzt an Betrug, aber es zeigt, dass die Kryptowährung als Spekulationsinstrument dient und zudem leicht beeinflussbar ist.

Sicherheit der Handelsplattformen
Die Sicherheit der Handelsplattformen ist ebenfalls in einigen Fällen kritisch. Wer hier nicht absolut seriöse Plattformen auswählt, läuft Gefahr, durch einen Hackerangriff oder anderweitig betrogen zu werden.

 

Anzahl digitaler Währungen wächst rasant

Die Anzahl von Kryptowährungen wächst in rasender Geschwindigkeit. Vor einigen Jahren war Kryptowährungen nahezu niemandem ein Begriff. Heute gibt es rund 1.500 verschiedene digitale Währungen. Die Vielzahl der digitalen Währungen macht den Markt unübersichtlich und wird langfristig wohl das Gesamtvertrauen in die Anlageklasse Kryptowährungen senken.

Ein Beispiel sind allerlei ICOs (Initial Coin Offerings) von unterschiedlichsten Unternehmen. Bei einem IPO (Initial Public Offering) geht ein Unternehmen an die Börse. Bei einem ICO hingegen emittiert ein Unternehmen eine eigene Kryptowährung, um dadurch Kapital einzusammeln. Für Unternehmen scheint das durchaus attraktiv, da die gesetzlichen Regulierungen bislang noch lasch sind.

Zudem lässt derzeit alles, was mit digitaler Währung zu tun hat, viele Anleger in wirrste Fantasien schweben. Kurz vor Weihnachten 2017 fügte eine Tee-Firma das Wort "Blockchain" ihrem Namen hinzu. Dadurch ging die Unternehmensaktie durch die Decke. Kodak verkündete, eine digitale Währung für Fotografen zu emittieren - den KodakCoin. Kodaks Aktienkurs explodierte kurzerhand um ca. 120%. Das ist alles andere als fundamental. Eine solche Kursexplosion ist regelrecht getrieben von der Irrationalität spekulativer Anleger, die alles auf den Krypto-Hype setzen.

Das entstehende Risiko einer Blase durch die Emission unzähliger digitaler Währungen schätzen wir als hoch ein. Eine Vielzahl dieser Währungen wird langfristig wieder verschwinden und Geld vieler Anleger verbrennen.

 

Die Bewertungsproblematik

Der Handelswert für eine Kryptowährung ergibt sich durch Angebot und Nachfrage am Markt. Der aktuelle Transaktionspreis einer Kryptowährung lässt jedoch nicht zwingend Rückschlüsse auf ihren inneren Wert schließen. Bei einer Aktie, einer Anleihe oder einer Immobilie kann beispielsweise durch laufende Cash-Flows (Zahlungsströme) durch finanzmathematische Bewertungsmethoden ein Wert für dieses Asset ermittelt werden. Bei Kryptowährungen ist dies in der Regel nicht möglich.

 

Hoher Energieverbrauch 

Um einen BitCoin zu schürfen, wird wie oben beschrieben Rechenleistung benötigt. Diese Rechenleistung je BitCoin hat mittlerweile einen immensen Energieverbrauch. Den Stromverbrauch für ein digitales Asset sehen wir als Schwäche des BitCoin an. Rund 2.200 $ (grober Schätzwert der Deutschen Asset Management) fallen derzeit an Kosten durch den Energieverbrauch pro BitCoin an.

Der Stromverbrauch birgt zwei Probleme:
1. Fällt der BitCoin-Preis unter die Grenzkosten, also die Kosten, die notwendig sind um einen BitCoin zu generieren, lohnt sich das weitere Schürfen für die Miner nicht mehr.

2. Der Umweltaspekt wird ein immer mehr diskutierter Kritikpunkt am BitCoin. Die Umweltbilanz zur Herstellung von BitCoins ist katastrophal. So äußerte sich auch Augustín Carstens, Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (das Institut regelt Kooperationen der Zentralbanken untereinander und stellt Handelsregeln für das internationale Finanzsystem auf).

 

Droht die BitCoin-Blase zu platzen?

Die Investorlegende Warren Buffet ist Kryptowährungen gegenüber sehr kritisch eingestellt. "Ich kann mit annähernder Sicherheit sagen, dass sie ein böses Ende nehmen werden", so Buffet zum Sender CNBC. Er gestah, sich mit BitCoin & Co. nicht sonderlich gut auszukennen, jedoch zitiert ihn CNBC schließlich noch: "Doch ich denke, was derzeit abläuft, wird definitiv böse enden."

Nobelpreisträger Robert J. Shiller bezeichnet Kryptowährungen als das "nächste Drama der Weltgeschichte". Er zieht dabei eine Parallele zur Tulpenblase in den Niederlanden vor ca. 400 Jahren. Damals gab es in Amsterdam einen Hype um ein paar Zwiebeln der neuen Blume - die zum Preis eines Hauses gehandelt wurden. Dazu kommt die Gefahr von Totalverlusten durch Datenverlust oder Hackerangriffe auf die Online-Börsen. 

Starinvestor Dr. Christoph Bruns der LOYS AG äußerte sich kürzlich in seiner Capital Kolumne, dass  Kryptowährungen keine Vermögensgegenstände sind, sondern lediglich Währungen. "Und Währungen sind Austauschverhältnisse gegenüber anderen Währungen. Deshalb ist Währungsspekulation definitionsgemäß die Teilnahme an einem Nullsummenspiel", so Bruns.

Stefan Kreuzkamp, Chief Investment Officer der Deutschen Asset Management - dem Investmenthaus der Deutschen Bank, rät von einer Investition in BitCoin aufgrund der nicht absehbaren Risiken ebenfalls ab.

Dieser Meinung sind auch viele andere globale Vermögensverwalter, die vor einer Blase warnen. Feststeht, dass jede Anlage im Bereich digitaler Währungen als spekulativ einzuordnen ist und mit einem Totalverlust gerechnet werden muss.

Auch Notenbanker und Politiker stoßen sich an der noch fehlenden Regulierung.

Sind Kryptoanleger langfristig denkende Investoren?
Wer in etwas investieren möchte, der sollte sich die Marktteilnehmer ansehen, denn diese entscheiden über die Entwicklung der Assetklasse. Eine Analyse der Kryptoanleger, veröffentlicht von der boerse ARD, lässt nicht gerade darauf schließen, dass es sich um langfristige Investments handelt, denn 94% der Kryptoanleger checken täglich den aktuellen Kurs. 97% der Kryptowährungen wurden ausschließlich im Jahr 2017 gekauft, dabei handeln die meisten mit Summen von 10.000 $ bis 50.000 $. Und ganze 11% von ihnen haben einen Kredit dafür aufgenommen. Übrigens sind 40% aller Kryptoanleger im Alter zwischen 26 und 35 und fast alle sind männlich.

Untersuchungen zeigen, dass ein extrem geringer Prozentsatz von BitCoin-Anleger einen enormen Großteil der Coins besitzt. Das birgt das Risiko, dass nicht viele verschiedene Marktteilnehmer den Preis bestimmen, sondern vor allem dieser kleine Kreis von Coin-Besitzern. Entscheiden sich einige von ihnen, ihre BitCoins zu verkaufen, kann das zu extremen Kurseinbrüchen führen. Das ist simple Mathematik, jedoch sind sich die wenigsten Anleger über diese Art von Gefahr bewusst.

Dennoch sprechen alle über den BitCoin und übermäßig viele Laien tummeln sich auf den Handelsplätzen der Kryptowährungen. Die Vergangenheit zeigte, dass dies negative Anzeichen für die zukünftige Entwicklung einer Anlageklasse sind, denn wenn bereits fachlich unausgebildete Privatpersonen auf eigene Faust handeln, ist das häufig ein Anzeichen einer Blasenbildung.

Doch ob es sich bei Kryptowährungen tatsächlich um eine Blase handelt, gilt es detaillierter zu betrachten. Grundsätzlich durchläuft eine Spekulationsblase folgende Phasen:

Phase 1

 

Es gibt eine neue Technologie bzw. eine bahnbrechende Innovation - in Verbindung mit einer guten "Story". 
Dies trifft bei Kryptowährungen zu.

Phase 2

 

Die Preise beginnen extrem zu steigen, es entsteht ein regelrechter Boom. 
Auch dies ist bei Kryptowährungen zu bejahen.

Phase 3

 

Am Markt entsteht Euphorie. Die Preise beginnen immer rasanter zu klettern. 
Das ist ebenfalls bei Kryptowährungen festzustellen. 

Phase 4

 

Die Preise steigen nicht mehr, es entsteht finanzielle Not. Die Marktteilnehmer werden nervös und immer mehr nehmen ihre Gewinne mit durch Verkäufe. 
Dies trifft bei Kryptowährungen bis dato noch nicht zu, auch wenn es starke Kurseinbrüche zu Beginn des Jahres gab.

Phase 5

 

Der Verkaufsdruck steigt enorm, die Blase platzt. Projekte ohne Substanz werden wertlos und andere verlieren einen Großteil ihrer Bewertung in kürzester Zeit. 
Auch dies trifft bei Kryptowährungen bis jetzt noch nicht zu.

 

Fakt ist, dass niemand den Preis absehen kann, den BitCoin & Co. annehmen werden. 

Kritisch ist, dass viele Laien BitCoins kaufen, die zum einen die Technologie dahinter nicht verstehen und zum anderen den theoretischen Verlust ihres angelegten Geldes nicht verkraften könnten, weil sie mit großem Vertrauen an Gewinne glauben. Die autodynamischen Herdeneffekte, die die Preise der Kryptowährungen immer wieder explodieren lassen, sind beeindruckend, aber auch bedenklich.

 

Die Zukunft hängt vom staatlichem Ermessen ab

Keine Zentralbank hat Interesse daran, sich beim Thema Geldmenge, Geldschöpfung und Zahlungsverkehr das Heft aus der Hand nehmen zu lassen. Auch ein Staat hat keinerlei Interesse daran, dass seine Zentralbank die Fäden aus der Hand gibt.

Es ist nur schwer vorstellbar, dass Staaten bzw. Zentralbanken sich ihrer Souveränität in Bezug auf Währungen ohne Widerstand entledigen lassen. Die Zentralbanken erfüllen schließlich einen Zweck zur Steuerung des Geldsystems.

Fakt ist: Staaten machen Gesetze und haben dadurch genug Macht, durch neue Regulierungen Kryptowährungen äußerst negativ zu beeinflussen. Staatliche Interventionen - bis hin zum Verbot von Kryptowährungen - sehen wir auf lange Sicht als eines der gravierendsten Risiken für die digitalen Assets. Wer denkt, dass dies nicht möglich sei, der irrt. Das beste Beispiel dafür ist der Goldverbot im dritten deutschen Reich im Jahr 1923. Der Privatbesitz von Gold, Silber und Platin war schlichtweg verboten.

Als Beispiel nehmen wir einmal die USA, die mit ihren Interventionen weltweiten Einfluss nehmen kann. Die vereinigten Staaten hätten genügend Gründe, die Verbreitung von BitCoin & Co. zu verhindern oder zumindest zu bremsen. Diese Gründe reichen von der Vermeidung der Finanzierung illegaler oder sanktionierter Parteien über mögliche Steuervermeidungen bis hin zum wirtschafts- und machtpolitischen Interesse der USA, den Dollar als unangefochtene Weltwährung beizubehalten.

Auch wenn BitCoin & Co. von seinen Befürwortern als staatenlos und unregulierbar bezeichnet wird - als reine Schattenwährung ohne Zugang zur Wirtschaft verliert die Anlageklasse seinen Reiz für vielerlei Anleger. 


   


Fazit

Anleger müssen sich zum einen die Frage stellen, ob eine Anlageklasse langfristig ihre Daseinsberechtigung hat und aus welchen Gründen. Zum anderen müssen sie sich fragen, was denn der gerechte Wert und die gerechte zukünftige Wertentwicklung dieser Anlageklasse ist.

Nach Beantwortung dieser beiden Schlüsselfragen kann jeder für sich selbst entscheiden, ob eine Anlage in Kryptowährungen Sinn macht.

Kryptowährungen dienen bis dato aus unserer Sicht reinen Spekulationszwecken. Auch wenn die möglichen Gewinne durch diese Spekulationen verlockend sind und auch in Zukunft theoretisch weiter anhalten können, sind die Risiken signifikant und manche von ihnen kaum abschätzbar, was sie umso gefährlicher macht. Die Spekulation mit Kryptowährungen bleibt jedem selbst überlassen, Vorsicht ist jedoch geboten. Aus unserer Sicht geht nichts über sinnvolle Sachwerte und eine breite Streuung des Anlagevermögens zur Reduktion von Risiken.

Auf längere Sicht besteht bei Kryptowährungen definitiv die Gefahr einer Blase, die irgendwann zu platzen droht. Rein fundamentale Investoren bleiben lieber bei Aktien, Immobilien sowie Edelmetallen und Wertpapieren. Immobilien erwirtschaften Mieteinnahmen. Aktien bringen Kursgewinne und Dividenden ein, da die dahinterstehenden Unternehmen wirtschaftliche Leistung erbringen. Gold ist ein begrenzter physischer Rohstoff.

Sehr viele Kryptowährungen werden wieder vom Markt verschwinden und es stellt sich die Frage, welche übrig bleiben. Allerdings ist es denkbar, dass sich ein paar Kryptowährungen, mit sinnvoller Technologie im Hintergrund, durchsetzen können und auch langfristig bestehen. Wir sehen den BitCoin langfristig nicht als die stärkste digitale Währung aufgrund seiner oben aufgezählten Nachteile gegenüber bestimmten anderen Kryptowährungen. 

Bei SCHEX nehmen wir die Assetklasse Kryptowährungen ernst, jedoch nehmen wir sie aufgrund der unkalkulierbaren Risiken nicht in die Portfolios auf.

 

Wer dennoch in Kryptowährung investieren möchte

Prinzipiell gilt bei Kryptowährungen, aufgrund ihrer spekulativen Charakteristika: Maximal 5% des Gesamtportfolios sollten in Kryptowährungen investiert werden. Dabei sollte zum einen auf verschiedene Kryptowährungen gestreut werden, zum anderen jedoch ausschließlich auf etablierte und leicht handelbare Kryptowährungen gesetzt werden. Auch die Auswahl einer seriösen und sicheren Handelsplattform ist von hoher Bedeutung. So oder so sollten Krypto-Anleger jedoch bereits ein breit gestreutes Portfolio unterschiedlicher Anlageklassen besitzen.


Übersicht einiger derzeit bedeutenden Kryptowährungen

BitCoin

Der BitCoin ist die älteste Digitalwährung und existiert bereits seit 2009. Das ursprüngliche Ziel war eine schnelle und günstige Abwicklung von Transaktionen. Angesichts der Millionen von Nutzern wird die Währung diesem Ziel jedoch immer weniger gerecht. 

Zudem können zusätzliche Informationen nicht transportiert werden, da das BitCoin-Protokoll limitiert ist.

 

Ethereum

Ethereum ist derzeit die zweitgrößte Kryptowährung, welche sich in erster Linie als Plattform für sogenannte „Smart Contracts“ versteht. 

Dabei werden in Programmiersprache internetbasierte Verträge hinterlegt. Keine der Vertragsparteien muss sich nach Abschluss um die weitere Abwicklung kümmern. Die Technologie ist attraktiv und zukunftsfähiger als die des BitCoins.

 

BitCoin Cash

BitCoin Cash existiert seit dem Split als Schwesterwährung des BitCoincs. Sie ist deutlich leistungsfähiger, weil sie acht mal so große Blöcke unterstützt, wie es der BitCoin tut. Der technische Vorteil von BitCoin Cash könnte den BitCoin langfristig auskontern. 

 

Ripple

Ripple besteht seit 2012. Die Kryptowährung bietet einige Vorteile, wie z.B. deutlich mehr Transaktionen sowie höhere Kosteneffizienz. Auch der hohe Energieaufwand trifft bei Ripple nicht zu. In erster Linie ist Ripple ein Zahlungssystem und bietet Banken massive Vorteile, denn über das Ripple-Netzwerk können sämtliche Krypto- aber auch Papiergeldwährungen getauscht werden. Die Technologie dahinter ist äußerst attraktiv.

 

Litecoin

Litecoin werden, ähnlich wie der BitCoin, durch das Mining hergestellt. Dies funktioniert jedoch deutlich schneller, was sich bei der Transaktionsdauer positiv bemerkbar macht. Litecoin ist die zweitälteste Kryptowährung (2011).

 

DASH

Die seit 2014 bestehende Kryptowährung DASH ist privater als der BitCoin, da Transaktionsinformationen nicht öffentlich sind. Zudem sind Transaktionen sehr schnell und sicher. Das Potential wird von vielen Kryptowährungsbefürwortern als groß eingeschätzt.

 

IOTA

IOTA wurde speziell für den Machine-to-Machine-Sektor programmiert. 

Extrem schnelle Transaktionen: Beispielsweise eine Maschine bezahlt eine andere Maschine, das Stichwort lautet „Internet der Dinge“: Das Auto, das das Parkhaus bezahlt oder der Kühlschrank, der selbst die Milch nachbestellt usw. 

Die Gründer haben dazu eine eigene Architektur entwickelt, die nicht auf der Blockchain beruht.

 

NEO 

Wie bei Ethereum stehen bei NEO „Smart Contracts“ im Mittelpunkt. Jedoch haben die Entwickler mehrere Programmiersprachen zur Auswahl, wodurch diese deutlich leichter „kluge Verträge“ schreiben können.

 

Monero

Monero hat, im Gegensatz zu BitCoin, einen stärkeren Fokus auf Privatsphäre. Die Technologie bietet eine schnelle, anonyme Geldversendung.

 


 
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